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Wie baut eine Wespe ihr Nest?

Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026

Auf einen Blick

Wespen bauen ihr Nest aus zerkautem Holz und Pflanzenfasern, die mit Speichel zu einer papierartigen Masse verarbeitet werden. Die Königin errichtet im Frühjahr die ersten Waben allein, ab Sommer übernehmen die Arbeiterinnen den Ausbau. Jedes Nest entsteht neu — ein altes Nest wird nie wieder besiedelt.

Baumaterial aus Holz und Speichel

Wespen zählen zu den wenigen Insekten, die ihr Nest aus einer Art Papier fertigen. Mit ihren Mundwerkzeugen schaben Arbeiterinnen feine Holzfasern von verwittertem Holz, alten Zäunen oder Pflanzenstängeln ab und vermischen diese mit Speichel zu einer formbaren Masse. Aufgetragen in dünnen Schichten trocknet diese Masse zu einem leichten, papierähnlichen Material, das erstaunlich stabil und witterungsbeständig ist. Je nach verwendetem Rohmaterial variiert die Farbe der Nestoberfläche von hellgrau bis bräunlich, oft in feinen, marmorierten Streifen erkennbar.

Vom ersten Wabenstiel zum fertigen Nest

Im Frühjahr beginnt die überwinterte Königin allein: Sie errichtet einen kurzen Stiel und die ersten sechseckigen Zellen, in die sie ihre Eier legt. Sobald die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, übernehmen diese den weiteren Ausbau, während sich die Königin fortan auf die Eiablage konzentriert. Die Waben werden in mehreren Etagen übereinander angelegt und von einer schützenden Papierhülle umgeben, die nur eine kleine Einflugöffnung freilässt. So kann ein Nest im Lauf des Sommers auf mehrere tausend Zellen anwachsen.

Ein Nest für eine einzige Saison

So aufwendig der Bau auch ist — genutzt wird ein Wespennest nur eine einzige Saison. Im Herbst stirbt das gesamte Volk mit Ausnahme der begattete Jungköniginnen, und das leere Nest verwittert über den Winter. Eine erneute Besiedlung im Folgejahr findet in aller Regel nicht statt, da jede Jungkönigin im Frühjahr einen neuen Nistplatz sucht und dort von Grund auf neu baut. Wie die Rollen zwischen Königin, Arbeiterinnen und Drohnen dabei verteilt sind, erklärt der Ratgeber zum Wespenstaat; wie sich ein Nest im Erdreich von einem oberirdischen Nest unterscheidet, zeigt der Artikel Erdwespennest im Boden oder Garten. Den Einstieg ins Thema bietet unser Pillar-Ratgeber Wespen: die wichtigsten Fakten im Überblick, zur Artbestimmung dient die Arten-Übersicht.

Häufige Fragen

Woraus besteht ein Wespennest genau?

Aus einer papierähnlichen Masse aus zerkauten Holzfasern, die mit Speichel vermischt werden. Nach dem Trocknen entsteht ein leichtes, aber stabiles und wetterfestes Material.

Baut jedes Jahr dieselbe Königin ein neues Nest?

Nein. Die Königin des Vorjahres stirbt im Herbst mit dem gesamten Volk. Im Frühjahr gründet eine ihrer überwinterten Jungköniginnen ein komplett neues Nest an einem eigenen Standort.

Wie schnell wächst ein Wespennest?

Mit zunehmender Zahl an Arbeiterinnen beschleunigt sich der Ausbau deutlich. Ein Nest kann im Spätsommer mehrere tausend Zellen und einen Durchmesser von 30 Zentimetern oder mehr erreichen.

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