Wespen vertreiben: Was hilft, was ist Mythos?
Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026
Auf einen Blick
Die meisten Hausmittel wie Nelken, Zitrone oder Kupfermünzen wirken nur begrenzt und kurzfristig. Zuckerwasserfallen sind sogar kontraproduktiv, weil sie zusätzliche Wespen anlocken und auch nützliche Insekten töten. Wirksamer sind Abdecken von Speisen, ruhiges Verhalten, Ablenkfütterung in Abstand und Fliegengitter. Bei einem Nest hilft nur eine Fachperson.
Der Mythos-Check: Was Hausmittel wirklich leisten
Nelken in einer angeschnittenen Zitrone, angezündetes Kaffeepulver auf dem Balkon, Kupfermünzen neben dem Teller – solche Tipps kursieren seit Generationen. Ehrlich betrachtet wirken sie höchstens kurz und lokal: Der Duft von Nelken oder Rauch kann Wespen für einige Minuten irritieren, doch sobald der Wind dreht oder der Effekt nachlässt, kehren die Tiere zurück. Kupfermünzen beruhen auf keinem belegbaren Wirkmechanismus. Als einzige Massnahme sind sie darum wirkungslos, als Ergänzung zu anderen Massnahmen höchstens ein kleiner Baustein.
Die grösste Falle: die Zuckerwasser-Wespenfalle
Besonders hartnäckig hält sich der Rat, eine Flasche mit Zuckerwasser oder Sirup aufzuhängen. Das ist kontraproduktiv: Der süsse Duft lockt Wespen aus der ganzen Umgebung an – auch solche, die vorher gar kein Interesse am Garten hatten. Ein Teil ertrinkt qualvoll darin, ein Teil überlebt und bleibt in der Nähe. Gleichzeitig sterben in solchen Fallen auch Bienen, Schwebfliegen und andere nützliche Insekten. Wer Wespen fernhalten will, sollte auf Zuckerwasserfallen verzichten.
Was tatsächlich wirkt
Effektiver ist es, Wespen erst gar nicht anzulocken: Speisen und Getränke im Freien abdecken, offene Süssgetränke meiden oder mit einem Deckel versehen, Fallobst rasch aufsammeln. Wer bereits Besuch hat, sollte nicht hektisch wedeln oder pusten – das wirkt wie ein Angriffssignal und macht Wespen erst recht aggressiv. Ruhig sitzen bleiben oder sich langsam entfernen ist sicherer. Eine Ablenkfütterung mit überreifen Trauben oder Melonenstücken in einigem Abstand zum Sitzplatz kann Wespen gezielt vom Tisch weglenken. Fliegengitter an Fenstern und ein feiner Wasserzerstäuber, der Wespen kurz irritiert, ohne sie zu reizen, ergänzen das Bild.
Wenn ein Nest dahintersteckt
Halten sich auffällig viele Wespen an einem Ort auf, lohnt sich die Frage nach der Ursache – mehr dazu im Ratgeber Was zieht Wespen an. Bleibt das Problem bestehen, sitzt oft ein Nest in der Nähe, das Sie nicht selbst entfernen sollten. Wie Sie vorbeugen, bevor überhaupt ein Nest entsteht, zeigt unser Ratgeber Wespennest vorbeugen. Ein bestehendes Nest entfernt Wespenprofis.ch fachgerecht und sicher (/wespennest-entfernen). Eine Übersicht der Arten in der Schweiz finden Sie unter /arten – friedliche Arten wie die Feldwespe oder die Hornisse dürfen Sie in der Regel einfach tolerieren.
Häufige Fragen
Wirken Duftstoffe wie Nelken oder Zitrone wirklich gegen Wespen?
Nur begrenzt. Der Geruch kann Wespen kurzzeitig irritieren, hält sie aber nicht zuverlässig fern und verliert seine Wirkung im Freien sehr schnell.
Warum sind Wespenfallen mit Zuckerwasser keine gute Idee?
Sie locken durch den süssen Duft zusätzliche Wespen aus der Umgebung an, statt sie fernzuhalten, und töten dabei auch harmlose sowie nützliche Insekten auf qualvolle Weise.
Was tun, wenn Wespen trotz aller Massnahmen bleiben?
Dann sitzt vermutlich ein Nest in der Nähe. Suchen Sie den Einflug nicht selbst, sondern ziehen Sie eine Fachperson bei.