Wespen bei Nacht und Regen: wie verhalten sie sich?
Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026
Auf einen Blick
Wespen sind tagaktiv und fliegen bei Dunkelheit kaum. Nachts und bei anhaltendem Regen bleiben die Tiere im Nest und werden dort ruhiger, aber nicht harmlos: Direkte Erschütterungen oder Licht am Nest können auch in der Nacht eine Abwehrreaktion auslösen.
Wespen sind tagaktive Insekten
Anders als etwa Motten orientieren sich Wespen vor allem über ihre Augen und benötigen dafür Tageslicht. Mit der Dämmerung stellen sie ihre Aussenaktivität weitgehend ein und ziehen sich ins Nest zurück, wo sie die Nacht in dichten Trauben an den Waben verbringen. Nachts verlassen nur ausnahmsweise einzelne Tiere das Nest, etwa wenn künstliches Licht in unmittelbarer Nähe der Einflugöffnung brennt und sie anlockt. Auch die Aussentemperatur spielt eine Rolle: An kühlen Abenden lässt die Aktivität noch früher nach als an warmen Sommertagen.
Verhalten bei Regen und schlechtem Wetter
Auch anhaltender Regen oder starker Wind hält Wespen weitgehend im Nest fest, da Flug bei Nässe für sie riskant und ineffizient ist. Nach längeren Schlechtwetterperioden ist deshalb oft eine erhöhte Aktivität zu beobachten, sobald sich das Wetter wieder bessert — versäumte Nahrungssuche wird dann in kurzer Zeit nachgeholt, was von aussen wie ein plötzlicher Anstieg der Wespenzahl wirken kann.
Warum «ruhiger» nicht «harmlos» bedeutet
Nachts oder bei Regen sind zwar weniger Tiere unterwegs, das gesamte Volk bleibt aber dicht im Nest versammelt. Erschütterungen, Vibrationen oder grelles Licht direkt am Nest können auch in dieser Phase eine geballte Abwehrreaktion auslösen, da Alarmpheromone sich in einem geschlossenen Hohlraum besonders schnell verteilen. Gerade im Spätsommer, wenn ein Volk seine grösste Stärke erreicht, bleibt Vorsicht deshalb ganzjährig und rund um die Uhr angebracht — mehr dazu im Ratgeber Warum sind Wespen im August so aggressiv.
Kein guter Zeitpunkt für Eigeninitiative
Der verbreitete Tipp, ein Nest nachts «in Ruhe» selbst zu entfernen, ist riskanter, als er klingt: Da alle Tiere im Nest versammelt sind, kann eine Störung besonders viele Wespen gleichzeitig alarmieren, ohne dass man bei Dunkelheit ihre Flugbahnen gut erkennen kann. Grundsätzliches zum Eigeneinsatz erklärt der Ratgeber Wespennest selber entfernen. Sicherer ist in jedem Fall eine Fachperson, erreichbar über /wespennest-entfernen.
Häufige Fragen
Fliegen Wespen nachts aus dem Nest?
Kaum. Wespen orientieren sich visuell und sind auf Tageslicht angewiesen, weshalb sie bei Dunkelheit fast ausschliesslich im Nest bleiben.
Sind Wespen bei Regen weniger aggressiv?
Sie sind weniger unterwegs, weil sie bei Nässe kaum fliegen. Direkt am Nest reagieren sie aber weiterhin empfindlich auf Erschütterungen oder Störungen.
Ist Nacht der beste Zeitpunkt, ein Nest selbst anzugehen?
Nein. Auch wenn Wespen nachts ruhiger sind, bleibt das ganze Volk im Nest versammelt, was einen Eigeneinsatz riskanter statt sicherer macht.