Raupendermatitis: Hautausschlag durch Gifthaare
Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026
Auf einen Blick
Raupendermatitis entsteht durch Kontakt mit den mikroskopischen Brennhaaren von Prozessionsspinner- und Goldafter-Raupen und äussert sich als heftig juckender Hautausschlag mit Quaddeln. Betroffene Kleidung wechseln und Haut mit viel Wasser spülen statt reiben. Bei Augenreizung, Atembeschwerden oder starken allergischen Symptomen unverzüglich ärztlichen Rat einholen.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Atemnot oder Schwellungen im Halsbereich sofort 144 anrufen.
Wie die Raupendermatitis entsteht
Ab dem dritten Larvenstadium bilden Prozessionsspinner-Raupen und auch die Raupen des Goldafters mikroskopisch kleine, hohle Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein. Diese Haare brechen bei der geringsten Berührung leicht ab und können durch Wind über weite Strecken getragen werden. Dringen sie in die Haut oder Schleimhäute ein, lösen sie eine Kontaktreaktion aus, die als Raupendermatitis bezeichnet wird. Ein direkter Kontakt mit der Raupe ist dafür nicht nötig, es reicht bereits, sich in der Nähe eines Nests oder unter einem befallenen Baum aufzuhalten. Auch Wäsche, die im Freien getrocknet wurde, oder Gegenstände, die unter einem betroffenen Baum lagen, können Brennhaare übertragen.
Typische Symptome
Innerhalb weniger Stunden nach Kontakt entwickelt sich an den betroffenen Hautstellen ein heftiger Juckreiz mit roten Quaddeln, der mehrere Tage anhalten kann. Gelangen Brennhaare in die Augen, drohen Rötung, Tränenfluss und Fremdkörpergefühl. Werden sie eingeatmet, können Husten, Halskratzen und Reizungen der Atemwege auftreten. Die Beschwerden fallen individuell unterschiedlich stark aus und hängen von der Menge der aufgenommenen Haare sowie der persönlichen Empfindlichkeit ab. Bei wiederholtem Kontakt über mehrere Jahre kann sich die Empfindlichkeit zudem steigern, sodass spätere Reaktionen heftiger ausfallen als beim ersten Mal.
Erste-Hilfe-Massnahmen
- Betroffene Kleidung wechseln und separat waschen, um weiteren Kontakt zu vermeiden.
- Haut mit reichlich Wasser spülen, dabei nicht reiben oder kratzen.
- Klebeband auf die Haut drücken und wieder abziehen, um oberflächliche Haare zu entfernen.
- Juckreiz nicht durch Kratzen verstärken, da sich Haare sonst tiefer in die Haut bohren.
- Bereich meiden und Fachperson für die Nestentfernung beiziehen (/prozessionsspinner-bekaempfung).
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
Bei Reizungen der Augen, Atembeschwerden, starkem Anschwellen oder Anzeichen einer allergischen Reaktion sollten Sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, insbesondere bei Kindern und Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege. Die Brennhaare bleiben zudem auch in verlassenen Nestern bis zu zwölf Jahre toxisch, weshalb eine fachgerechte Entfernung des Nests wichtig ist, um wiederholten Kontakt zu vermeiden. Mehr zur Erkennung der verursachenden Raupen finden Sie in unserem Ratgeber Eichenprozessionsspinner.
Häufige Fragen
Wie fühlt sich eine Raupendermatitis an?
Typisch sind heftiger Juckreiz und rote Quaddeln auf der Haut, die innerhalb weniger Stunden nach Kontakt mit den Brennhaaren auftreten und mehrere Tage anhalten können.
Was tun, wenn Brennhaare auf die Haut gelangt sind?
Betroffene Kleidung wechseln, die Haut mit reichlich Wasser spülen und dabei nicht reiben, da sich sonst weitere Haare in die Haut bohren. Klebeband kann helfen, oberflächliche Haare von der Haut abzuziehen.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Bei Reizungen der Augen, Atembeschwerden, starkem Anschwellen oder Anzeichen einer allergischen Reaktion sollten Sie unverzüglich ärztlichen Rat einholen, insbesondere bei Kindern.